Henry und Grace

von Chloé-Emmaline Cingöz

Vor jar nich allzu langer Zeit, also quasi neulich, da zog sich so ‘ne Jeschichte inna Plattenbausiedlung zu. Familie Knödel, nicht unbedingt ‘ne klassische Vorzeijefamilie, war mal wieder knapp bei Kasse.

Mutti Knödel (Mändy) hat jerade ihrn Job valorn und Vati Knödel (Ronny) konnte mit seim Jehalt keene vierköpfije Familie plus Hund, alleene anährn.
Es jab da ooch ‘n langet hin und her mit’m Amt, aber weil die nich zu Pötte kamen, wurde ditt Essen inna Zwischenzeit knapp.

Eines Abends, als die Kinder im Zimmer mit’m Chättn uff Facebook beschäftigt warn, kam Ronny uff ‘ne Idee.
››Du, Muttern. Ick sag ditt jetze wiet is. Wir sind völlig Pleite. So Pleite, dass wa nüscht mehr zu futtern ham. Jedenfalls nich jenug für vier undn Hund.‹‹
››Ick wees Vattern, ick wees.‹‹ Antwortete Mändy.
››Nun. Ick hab mir da ma so ‘n paar Jedanken jemacht und gloobe, dass ick ‘ne Lösung für ditt Problem hab!‹‹, sprach Ronny weita. ››Und? Azähl! Spann ma nich so uffe Folter, ey!‹‹, motzte Mändy barsch.
››Also, laut meina Berechnung, hamwa noch jenug Futter für zwee von uns. Der Köta frisst ja eh jeden Müll vonna Straße. Den zähl ick nich dazu. Jedenfalls bleibt uns nüscht andret übrig, als die Kinder loszuwerden. Sonst jehn wa noch alle druff!‹‹

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