An Tagen wie diesen

aus “Zurückgespult – Analoggeschichten in Stereo”

von Martin Sieper

„Telefonieren im Auto ist voll einfach. Du musst nur dein Handy mit dem Blueberry verbinden.“
Oma lacht und rutscht unruhig auf dem Rücksitz hin und her.
„Ähm. Du meinst Bluetooth, oder?“ frage ich.
„Quatsch! Samsung Iphone!“ Jetzt bin ich verwirrt. Meine Großeltern halten nicht sehr viel von moderner Technik. Letztes Jahr haben wir ihnen zu Weihnachten einen EDV Kurs an der VHS geschenkt. Seit dem ist Oppa der festen Überzeugung, dass man mit Windows Vista den Krieg definitiv auch verloren hätte. Das geht schon so weit, dass er uns glaubhaft machen wollte aus seinem Weltenempfänger Klopfbotschaften des russischen Geheimdienstes zu empfangen, bis mein Bruder ihn darauf hingewiesen hatte, dass er Dubstep auf Sunshine Live höre.

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An Tagen wie diesen

von Sandra Da Vina

Tag 1

Ich menstruiere hart. Ekelhaft! Eine ganze Filmnacht „Saw“ Teil 1-7 könnte nicht im Ansatz audiovisuell rekonstruieren, was sich derzeit in meiner Buchse tut. Vielleicht eine ganze Filmnacht „Saw“ Teil 1-7 und der Kinderklassiker „Die Abenteuer von Elmo im Grummelland“. Aber da bin ich mir nicht so sicher. Fakt ist: Meine Tage kommen immer so überraschend, wie Weihnachten und Männer in Pornos. Den restlichen Zyklus bin ich meist davon überzeugt, dass ich auf jeden Fall mit Drillingen schwanger bin. Selbst dann, wenn der letzte Sexualkontakt nur darin bestand, dass ich bei H&M einen noch warmen BH anprobiert habe. Was auch ziemlich ekelhaft ist, wenn man mal drüber nachdenkt. Aber auch ein bisschen kuschelig.

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