Jan Hertel im Interview

Jan Hertel ist Autor des unabgeschlossenen Romans, der bereits über eine riesige Leserschaft und mehr als 750 Facebook Fans verfügt. Ich habe mit Jan über sein Projekt gesprochen. Hier findet ihr das vollständige Interview:

Jan Hertel

Jan Hertel

Hallo Jan, bitte beschreibe kurz das Konzept des unabgeschlossenen Romans.
Jeden Tag gibt’s ein neues Kapitel. 7 Tage die Woche. Und das ist es eigentlich auch schon.

Wie ist die Idee zu einem Roman in dieser Form überhaupt entstanden?
Absoluter Zufall. Eine befreundete Texterin schickte mir als Scherz die ersten drei Sätze eines Romans zu, mit dem sie reich und berühmt werden würde: ich sollte die ganzen nächsten 350 Seiten schreiben und sie würde mich dafür auch im Vorwort erwähnen. Das ist so unser Humor. Ebenfalls als Scherz schrieb ich tatsächlich weiter und ließ dabei ADC Bücher in Flammen aufgehen. Und weil ich das Ergebnis witzig fand, hab ich’s nicht nur ihr geschickt, sondern auch auf Facebook gepostet. So entstand Kapitel 1. Der Rest ist Geschichte.

Worum geht es in der Geschichte?
Im Roman geht es nicht nur um Werber, es ist kein neues “39,90“. Es geht hauptsächlich um Menschen. Um ihren Alltag, ihre Beziehungen, Freundschaften und Lebensentwürfe. Manchmal grotesk überzeichnet, manchmal ganz beschaulich und wahr.

Wen, abgesehen von Werbern, zählst du zu der Zielgruppe des unabgeschlossenen Romans?
Alle, die gerne lesen. Und wenn ich mir die Roman-Fans so angucke, trifft das auch zu. Das sind nicht nur Werber und Medienleute. Was mich extrem freut.

Was hat dich bei der Handlung des Romans inspiriert?
Alles.

Wie stehst du persönlich zu der Werbebranche?
Ich bin seit 1997 in der Werbung. Und hab mich eigentlich immer wohl gefühlt. Vielleicht gerade weil die Werbewelt so absurd ist.

Wie sind die unterschiedlichen Charaktere des Romans entstanden?
Der stream of consciousness ist ja mein Stilmittel: Die Gedankengänge meiner Protagonisten aufgreifen und zu Papier bringen. Das treibt die Charaktere und die Handlung voran. Und manchmal übernehmen sie dabei selbst das Ruder. Ich folge ihnen aber gern.

Welcher Charakter ist dein persönlicher Liebling, und weshalb?
Maren von Krampass. Weil sie komplett schräg ist. Wegen ihrer absurden Familiengeschichte. Sie bietet irgendwie am meisten Potential.

Die Charaktere ticken ja alle total unterschiedlich. Auf welche Weise würden bspw. Daniel, Björn, Valerie und Stephanie reagieren, wenn sie (unabhängig voneinander) von einem Polizisten wegen zu schnellen Fahrens angehalten würden?
Björn würde rummotzen und jedem erzählen, wie blöd er Bullen findet. Daniel und Valerie würden sich beim Polizisten entschuldigen. Wobei Daniel es ernst meinen würde und Valerie es nur aus wohlerzogener Höflichkeit täte. Und Stephanie würde den Polizisten wahrscheinlich in eine ihre absurden Theorien zur Lichtgeschwindigkeit einweihen.

Die Geschichte wächst stetig und das 100. Kapitel ist bereits Sicht. Was empfiehlst du Einsteigern, um möglichst schnell in den Roman zu finden?
Ganz einfach: bei Kapitel 1 anfangen.

Viele Autoren denken beim Schreiben an eine bestimmte Person und überlegen, was ihr wohl besonders gut gefallen würde. Hast du auch einen solchen „optimalen Leser“?
In erster Linie muss ich meinen eigenen Anspruch erfüllen. Und den all meiner Freunde. Und da wir alle sehr unterschiedlich sind, ist das schon mal ne ziemliche Bandbreite an Erwartungshaltung, die es täglich und immer wieder zu erfüllen gilt.

Wie lange arbeitest du täglich an der Geschichte?
Circa zwei Stunden. Manchmal geht’s schneller. Aber meistens feile ich immer ein bisschen. Und das kann dann dauern.

Auf deinem Facebook Account ist wesentlich mehr los, als auf deinem Twitter Kanal. Kannst du dir vorstellen, deine Geschichte noch stärker über Twitter zu verbreiten, wie es etwa Florian Meimberg mit @tiny_tales getan hat?
Twittern ist nicht so mein Ding. Da überlasse ich Florian Meimberg gerne das Feld. Ich brauch auch etwas mehr Platz als er. Aber Florian Meimberg gehört auch zu meinen Lesern, wie ich anhand der Likes auf Facebook mal gesehen habe – was mich sehr freut.

Wie lange planst du, die Geschichte fortzusetzen?
Bisher hab ich kein Ende geplant. Es bleibt unabgeschlossen. Wir sind ja auch erst bei Kapitel 97. Und es gibt Leute, die mir das sehr übel nähmen, wenn ich es je täte…

Vielen Dank für das Interview.

Und hier geht es zur Leseprobe (Kapitel 18). Viel Spaß!


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